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Urban Art: Not a crime?

Piece an einem Wohnhaus in Hannover

Urban Art ist an den Wänden der Städte zu Hause. Das ist kreativ und einzigartig, aber gleichzeitig auch ein Problem. Denn für uns mag zeitgenössische Kunst im öffentlichen Raum kein Verbrechen sein. Die Rechtslage hingegen setzt klare Grenzen: „sofern Graffiti jeglicher Art ohne Einverständnis des Inhabers auf Gegenständen angebracht wird, handelt es sich um Sachbeschädigung“, so die Polizeipressestelle Berlin.

Wurde der Untergrund auf dem gemalt wird, nicht dafür freigegeben, machen sich die Sprayer strafbar. Neben einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren, muss mit Geldstrafen gerechnet werden. Wie teuer der Kick aus der Dose werden kann, hat die Deutsche Bahn auf mach-nicht-alles-kaputt.de aufgelistet. Ein Tag kostet circa 180 Euro, für ein Piece auf einer Fassade muss der Sprayer mit rund 1.400 Euro Strafe rechnen. Richtig teuer wird es, wenn ein Zug der Deutschen Bahn die Leinwand darstellt: Gut 10.400 Euro werden dann für die Entfernung des Graffiti mit speziellen Reinigungsmaschinen fällig. Auch wer nur Schmiere steht, gilt als Mittäter.

Piece auf einem Zug der Deutschen Bahn

Laut dem Rechtsanwalt und Strafverteidiger Patrick Gau, der sich auf Graffiti-Verfahren spezialisiert hat, ist die Strafverfolgung in den letzten Jahren härter geworden. „Durchsuchungen, Observationen, länderübergreifende Kooperationen zwischen Polizei und Staatsanwaltschaften, in vielen Fällen standardisierte DNA Entnahme sind nur einige Entwicklungen, die Graffiti bedenklich in die Nähe von erheblichen Verbrechen rücken,“ sagt er. Ebenso wird die vermeintlich „harmlose“ Street Art in Form von Paste Ups, Urban Knitting oder Installationen geahndet, wenn bei dem zuständigen Amt, z.B. der Stadt, im Vorfeld keine Genehmigung eingeholt wurde. Selbst Reverse-Graffiti, wo der Untergrund nur partiell gereinigt statt bemalt wird, ist vor dem Gesetz illegal.

Langjährige Urban Artists wie Harald Naegeli, der „Sprayer von Zürich“ dürfen regelmäßig Kontakt mit der Justiz halten. Walter F. alias „OZ“ hat wegen seiner Tags bereits mehr als acht Jahre im Gefängnis verbracht. Gleichzeitig gelten ihre Werke als Zeitdokument. Dazu werden Arbeiten zahlreicher Urban Art-Stars aus der ganzen Welt erfolgreich in Galerien ausgestellt und steigen beständig in ihrem Wert. Werke von Banksy erzielen auf Auktionen mittlerweile Beträge von mehr als einer halben Million Euro. Die Stencils des britischen Künstlers werden mitunter mühsam wiederhergestellt, wenn sie versehentlich entfernt wurden. In London ist man dazu übergegangen, seine Bilder mit Plexiglas zu schützen.

Tag von "OZ" in Hamburg

Auch beim Film spalten sich die Geister: „Exit Through The Gift Shop“, der sich um die Arbeit von Banksy dreht, wurde für einen Oscar nominiert. Gleichzeitig werden die Macher von „Unlike U – Trainwriting in Berlin“ von den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) angeklagt, da zu sehen ist, wie Züge der BVG besprüht werden. Die Diskussion, ob Urban Art Kunst ist oder strafrechtlich verfolgt werden sollte, wird wohl nicht an Fahrt verlieren.
To be continued…

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